Die weltweit größten Hotelketten sitzen derzeit auf einem riesigen „Schuldschein“ an ihre häufigsten Reisenden. Laut einer aktuellen Analyse von Skift verfügten sieben der weltweit führenden Hotelunternehmen Ende letzten Jahres über insgesamt 11,6 Milliarden US-Dollar an nicht eingelösten Treuepunkten.
Während eine Verschuldung in Höhe von mehreren Milliarden Dollar in jeder anderen Branche alarmierend klingen mag, stellt sie in der Welt des Gastgewerbes ein einzigartiges und hochprofitables Finanzphänomen dar.
Das Ausmaß der Schulden
Die Zahlen zeigen eine erhebliche Wertkonzentration bei einigen wenigen großen Akteuren. Die beiden größten Beiträge zu dieser Gesamtsumme sind:
- Marriott International: Hält fast **4 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Treueverpflichtungen.
- Hilton Worldwide: Hält etwa 3 Milliarden US-Dollar an nicht eingelösten Vergünstigungen und Aufenthalten.
Diese Zahlen stellen den geschätzten Wert von Gratisübernachtungen, Zimmer-Upgrades und anderen Vorteilen dar, die Gäste verdient, aber noch nicht genutzt haben.
Warum wachsen die „Schulden“?
Der rasante Anstieg dieser Verbindlichkeiten ist kein Zeichen finanzieller Not, sondern ein Ergebnis aggressiver Wachstumsstrategien. Zwei Haupttreiber befeuern diesen Trend:
- Co-Branding-Kreditkarten: Partnerschaften mit großen Banken ermöglichen es Reisenden, durch tägliche Ausgaben Punkte zu sammeln, wodurch enorme Mengen an „Währung“ in die Treue-Ökosysteme einfließen.
- Steigende Anmeldezahlen: Mit der weltweiten Erholung des Reiseverkehrs nahmen mehr Verbraucher an Treueprogrammen teil, wodurch sich der Pool verfügbarer Punkte rasch vergrößerte.
Die Ökonomie des „Bruchs“
Um zu verstehen, warum Hotelmanager sich über diese milliardenschweren Verbindlichkeiten keine Sorgen machen, muss man sich das Konzept der Punktegeschwindigkeit ansehen.
Im traditionellen Finanzwesen sind Schulden etwas, das man abbezahlen möchte. Bei Treueprogrammen besteht das Ziel darin, sicherzustellen, dass die Verdienstrate die Einlösungsrate übersteigt. Dadurch entsteht ein „Float“ – ein Wertpool, der über lange Zeiträume in den Büchern des Unternehmens verbleibt.
Bei Marriott beispielsweise hat sich die Lücke zwischen gesammelten und eingelösten Punkten im vergangenen Jahr tatsächlich um 473 Millionen US-Dollar vergrößert. Dies geschieht, weil:
* Reisende sammeln oft schneller Punkte, als sie diese nutzen können.
* Ein erheblicher Teil der Punkte wird überhaupt nicht eingelöst (ein Phänomen, das in der Branche als „Bruch“ bekannt ist).
Warum das für die Branche wichtig ist
Dieser Trend verdeutlicht einen grundlegenden Wandel
























