Nach anstrengenden fünfeinhalb Jahren ohne Gehaltserhöhung stehen die Flugbegleiter von United Airlines kurz davor, sich das möglicherweise höchste Gehalt der Branche zu sichern. Die Gewerkschaft AFA-CWA und die Fluggesellschaft haben erhebliche Fortschritte bei den Verhandlungen angekündigt, die zur Verschiebung geplanter Proteste führten. Dieser Durchbruch erfolgte, nachdem eine vorläufige Vereinbarung von 71 % der Mitglieder abgelehnt wurde, was Unzufriedenheit mit der Art und Weise der anfänglichen Mittelzuweisung zum Ausdruck brachte.

Der lange Weg zu einem neuen Vertrag

Der aktuelle Vertrag wurde im August 2021 verhandelbar, die Gespräche wurden jedoch durch die Pandemie und überraschenderweise durch die Gewerkschaft selbst verzögert. Die AFA-CWA wartete strategisch zunächst darauf, dass die Flugbegleiter von American Airlines ihren neuen Vertrag abschließen würden, mit dem Ziel, einen höheren Standard für ihre eigenen Verhandlungen zu setzen. Dieser kalkulierte Schritt – sogar die Ausleihe des Chefverhandlungsführers an die rivalisierende Gewerkschaft – zeugt von einem gezielten, wenn auch unorthodoxen Ansatz.

Warum das wichtig ist: Inflation und Arbeitsverschuldung

Die Verzögerung bei den Gehaltserhöhungen hat den realen Wert der Gehälter der Flugbegleiter aufgrund der Inflation um über 20 % gemindert. Dies unterstreicht einen breiteren Trend: Gewerkschaftsgruppen legen als Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten zunehmend Wert auf Lohnerhöhungen. Die United-Verhandlungen sind ein prominentes Beispiel, und das Ergebnis wird wahrscheinlich andere Arbeitsgespräche bei Fluggesellschaften beeinflussen. Die Tatsache, dass die Gewerkschaft die Prioritäten ihrer Mitglieder zunächst falsch einschätzte, verdeutlicht die Herausforderung, Tarifverhandlungen mit individuellen Präferenzen in Einklang zu bringen.

Wichtige Fortschritte und verbleibende Probleme

Bei den jüngsten Verhandlungen seien „erhebliche Fortschritte“ erzielt worden, und beide Seiten zeigten sich optimistisch hinsichtlich des Abschlusses einer Einigung während der Sitzung vom 24. bis 27. März. Die Fluggesellschaft hat bei der Vertragsunterzeichnung Prämien und die Verpflichtung zu branchenführenden Gehältern auf allen Ebenen versprochen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem „Sit Pay“ – einer Entschädigung für die Wartezeit am Flughafen –, dem Flugbegleiter Priorität eingeräumt haben.

Der Deal dürfte jedoch Kompromisse beinhalten. Die Gewerkschaft erklärte zuvor, dass die Gesamtkosten des Vertrags bereits maximiert seien, was darauf hindeutet, dass Gewinne in einem Bereich möglicherweise zu Lasten anderer gehen. Während zum Beispiel Sitzplatzvergütungen auf dem Tisch liegen, sind Verbesserungen der Hotelkonditionen für Zwischenstopps möglicherweise weniger sicher.

Das Gesamtbild

Die bevorstehende Einigung könnte auch die Wettbewerbslandschaft zwischen den Fluggesellschaften verändern. Der CEO von American Airlines hat zuvor auf die niedrigeren Arbeitskosten von United als Vorteil hingewiesen. Ein neuer, teurer Vertrag für United-Flugbegleiter würde dieses Gesprächsthema beseitigen und möglicherweise andere Fluggesellschaften dazu zwingen, ihre eigenen Arbeitsstrategien anzupassen.

Wenn dieser Deal sein Versprechen einer branchenführenden Bezahlung einhält, wird er einen neuen Maßstab für die Vergütung von Flugbegleitern in allen Bereichen setzen.

Die letzte Sitzung im März soll voraussichtlich die Einzelheiten festlegen und einen langen und kontroversen Verhandlungsprozess beenden. Diese Vereinbarung sichert nicht nur eine bessere Vergütung für die Flugbegleiter von United, sondern signalisiert auch einen umfassenderen Wandel in der Arbeitsdynamik der Fluggesellschaften.