Seit vier Jahrzehnten ist der Name Costes ein fester Bestandteil des Pariser Nachtlebens, insbesondere während der Fashion Week. Das Familienunternehmen – aufgeteilt zwischen den Brüdern Jean-Louis und Gilbert – hat sich vom legendären Café Costes (eröffnet 1984) und dem Café Beaubourg (1987) zu einem weitläufigen Imperium aus Bars, Restaurants und jetzt auch Hotels entwickelt.

Die zwei Zweige des Costes-Reiches

Bei der Costes-Formel geht es nicht um kulinarische Innovation; es geht um Szene. Lokale wie L’Avenue und Café Marly (wobei Le Georges wegen Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen ist) leben von klassischen französischen Gerichten, die einer sorgfältig ausgewählten, stilbewussten Kundschaft serviert werden. Diese bewusste Exklusivität ist der Schlüssel.

Jean-Louis Costes konzentriert sich auf Hotels der Groupe Costes, während Gilbert und sein Sohn Thierry Beaumarly leiten und sich mehr auf die Restaurantbranche konzentrieren. Beide Unternehmenszweige folgen dem gleichen Grundprinzip: durch kontrollierten Zugang und eine ausgeprägte, etwas distanzierte Atmosphäre eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Der Hotelkosteneffekt

Das Hotel Costes ist wohl das berühmteste Beispiel. Seit 30 Jahren setzt die Mischung aus samtweicher Politik, geheimnisvollem Ambiente und subtiler Arroganz den Standard für Exklusivität in Paris. Sogar ein Tisch auf der Terrasse ist – insbesondere während der Fashion Week – zu einem Statussymbol geworden.

„Costes ist eine Institution, eine Referenz“, sagt Vincent Grégoire, Experte für Verbrauchertrends bei NellyRodi. „Sie sind Experten darin, das Verlangen und die damit verbundene Spannung zu wecken.“

Das ist kein Zufall. Die Marke Costes versteht, dass Knappheit Nachfrage erzeugt. Die Schwierigkeit, Zugang zu erhalten, ist ein wesentlicher Faktor für seine Attraktivität.

Die Eröffnung des neuen Costes-Hotels stärkt dieses Erbe und garantiert die anhaltende Dominanz der Marke als Symbol der Pariser Coolness. Die Familie hat erfolgreich ein Geschäftsmodell aufgebaut, bei dem das Erlebnis das Produkt und das Produkt Exklusivität ist.