Die Federal Aviation Administration (FAA) hat kürzlich eine umfassende Richtlinie erlassen, die Fluggesellschaften verpflichtet, zu bescheinigen, dass die Einstellungspraktiken von Piloten ausschließlich auf der Leistung basieren, wodurch jegliche Überlegungen zu Diversitätsinitiativen praktisch eingestellt werden. Dieser Schritt wirft die Frage auf, ob er ein echtes Sicherheitsproblem anspricht oder als politisches Gehabe dient, da keine Beweise vorliegen, die auf eine Beeinträchtigung der Sicherheitsstandards schließen lassen.

Die neue Verordnung erklärt

Das Mandat der FAA, das über eine neue Betriebsspezifikation umgesetzt wird, gilt für alle Teil-121-Fluggesellschaften – große kommerzielle Fluggesellschaften und Frachtbetreiber. Die Fluggesellschaften müssen nun offiziell bescheinigen, dass die Einstellung leistungsorientiert erfolgt, wobei theoretisch die Sicherheit Vorrang vor allem anderen hat. Der Prozess beinhaltet, dass FAA-Inspektoren die Fluggesellschaften benachrichtigen, ihnen eine kurze Frist für Rückmeldungen einräumen und dann innerhalb von 30 Tagen die Spezifikation herausgeben.

Das Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOT) formulierte die Regel so, dass rassen- oder geschlechtsspezifische Einstellungspraktiken abgeschafft werden. Allerdings handelt es sich bei der Verordnung eher um eine betriebliche Anforderung, die die Fluggesellschaften akzeptieren müssen, als um ein direktes Verbot. Die FAA wirft keine aktuellen Sicherheitsmängel vor, sondern schreibt der gesamten Branche einen pauschalen Standard vor.

Die Realität des Pilotenmangels und der Rekrutierung

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert, da die Fluggesellschaften in den letzten Jahren mit einem erheblichen Pilotenmangel konfrontiert waren. Viele Diversity-Bemühungen konzentrierten sich auf Rekrutierungs- und Schulungsinitiativen zur Erweiterung des Bewerberpools. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen im Allgemeinen über die traditionellen Talentquellen hinausblicken, und die Luftfahrt bildet da keine Ausnahme.

Ironischerweise haben strenge Vorschriften, die von Pilotengewerkschaften befürwortet werden – wie die 1.500-Stunden-Regel – es erschwert, Pilot zu werden, was den Mangel verschärft. Dies führte dazu, dass die Fluggesellschaften aktiv nach Rekruten mit unterschiedlichem Hintergrund suchten, qualifizierte Piloten jedoch nie daran gehindert wurden, eingestellt zu werden.

Tatsächlich ist das eigentliche Problem nicht der Mangel an qualifizierten Bewerbern, sondern die Wirtschaftlichkeit kleinerer Flugdienste. Aufgrund der hohen Pilotenkosten stellen die Fluggesellschaften kleinere Regionalflugzeuge aus dem Verkehr, sodass die Bedienung von Strecken mit geringer Nachfrage nicht mehr tragbar ist. Ein größerer Pool qualifizierter Piloten könnte tatsächlich die Selektivität verbessern und möglicherweise die Sicherheit erhöhen.

Rechtliche Fragen und Durchsetzungsbedenken

Die Rechtmäßigkeit der Umwandlung der Einstellungspolitik in einen Flugsicherheitsstandard ist fraglich. Die FAA zitiert 49 U.S.C. § 44701 liefert jedoch keine Beweise dafür, dass unqualifizierte Piloten eingestellt werden. Ohne Daten, messbare Konformitätstests oder eine klare Beweisgrundlage hält die Regel einer rechtlichen Prüfung nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz möglicherweise nicht stand.

Auch die Durchsetzung ist unklar. Die FAA verlässt sich darauf, dass die Fluggesellschaften die Einhaltung der Vorschriften selbst zertifizieren, wobei Untersuchungen die einzige verhängte Strafe sind. Fluggesellschaften melden Verstöße nicht, was die Kontrolle erschwert. Die Regelung scheint dazu gedacht zu sein, Aussagen wie das frühere Ziel von United Airlines, 50 % Frauen oder People of Color auszubilden, abzuschrecken, die nun im Rahmen dieser Regelung als Haftung angesehen werden könnten.

Eigene Praktiken der FAA und breiterer Kontext

Die FAA selbst hat sich in der Vergangenheit für die Diversitätsauswahl von Fluglotsen eingesetzt und Kandidaten Vorrang vor strengen Qualifikationen eingeräumt. Dies führte zu keinen nachweisbaren Sicherheitsproblemen innerhalb der Behörde. Das aktuelle Mandat fühlt sich performativ an und verschiebt die Schuld, ohne sich mit den eigentlichen zugrunde liegenden Problemen zu befassen.

Die FAA blickt auf eine lange Geschichte der selektiven Durchsetzung zurück und reagierte oft eher auf politischen Druck als auf objektive Sicherheitsdaten. Diese neue Verordnung könnte eher ein Beispiel für eine symbolische Aktion als eine echte Verbesserung der Flugsicherheit sein.

Letztendlich scheint es bei dem Schritt der FAA eher um politische Optik als um die Auseinandersetzung mit tatsächlichen Risiken zu gehen. Die Unbestimmtheit der Verordnung und der Mangel an Beweisen lassen Zweifel an ihrer Wirksamkeit aufkommen, während ihre potenziellen rechtlichen Schwachstellen darauf hindeuten, dass sie einer langfristigen Prüfung möglicherweise nicht standhalten wird.