Vielflieger genießen oft den Zugang zur Flughafenlounge als Vergünstigung für ihr Ticket oder ihren Elite-Status, aber haben Sie sich jemals gefragt, wer dafür eigentlich bezahlt? Die Realität ist komplex und umfasst Flugallianzen, Statusprogramme und sogar Abonnementdienste wie Priority Pass. In diesem Artikel wird erläutert, wie die Wirtschaftlichkeit des Lounge-Zugangs funktioniert, und es wird erläutert, welche Fluggesellschaft die Rechnung übernimmt und wie viel sie normalerweise zahlt.
Das Grundprinzip: Operative vs. Marketing-Carrier
Die wichtigste Regel bei den großen Luftfahrtallianzen – oneworld, SkyTeam und Star Alliance – ist, dass die ausführende Fluggesellschaft (die Fluggesellschaft, die das Flugzeug physisch fliegt) in der Regel für die Kosten für den Lounge-Zugang verantwortlich ist, wenn Ihre Ticketklasse dazu berechtigt. Wenn Sie in der Business- oder First-Class-Klasse fliegen, übernimmt die Fluggesellschaft, mit der Sie fliegen, die Kosten für Ihren Lounge-Besuch.
Allerdings wird es mit dem Elite-Status schwieriger. In diesem Fall ist die Fluggesellschaft, bei der Sie den Status haben diejenige, die den Haken hat. Das heißt, wenn Sie mit Lufthansa fliegen, aber den United MileagePlus Gold-Status haben, zahlt United für Ihren Lounge-Zugang.
Ein weiteres Problem entsteht bei Codeshare-Flügen. Die Fluggesellschaft, die Ihnen das Ticket verkauft hat (die „Marketing-Fluggesellschaft“), kann für die Zahlung verantwortlich sein, auch wenn der Flug von einer anderen Fluggesellschaft durchgeführt wird. Dies ist ein wichtiges Detail, das oft übersehen wird.
Beispiele aus der Praxis: Ein Lounge-Hopping-Szenario
Denken Sie an London Heathrow Terminal 3, ein Drehkreuz für oneworld-Flieger. Wenn Sie den American AAdvantage Emerald-Status haben und in der Business Class von British Airways fliegen, zahlt British Airways den Zugang zu Lounges, die mit Ihrem Ticket verbunden sind (American Admirals Club, British Airways Galleries Club usw.). Aber American bezahlt die Rechnung für Lounges, die nur über Ihren Emerald-Status zugänglich sind.
Wenn Sie in der Economy-Klasse reisen, übernimmt American Airlines den gesamten Zugang zur Lounge. Dies zeigt, wie der statusgesteuerte Zugriff die finanzielle Belastung verschiebt.
Priority Pass: Ein anderes Modell
Priority Pass funktioniert anders. Das Programm verkauft Mitgliedschaften entweder direkt an Verbraucher oder über Kreditkartenpartnerschaften zu einem festen Preis. Anschließend wird jeder Lounge-Besuch über Priority Pass abgerechnet, wodurch ein Risiko-Ertrags-System entsteht. Das Programm profitiert von der Mehrheit der Nutzer, die nicht zu viel für Lounge-Besuche ausgeben. Einige Kreditkartenpartner bieten Direktabrechnungsmodelle an, bei denen statt einer festen Gebühr pro Besuch abgerechnet wird.
Wie viel kostet der Zugang zur Lounge für Fluggesellschaften?
Die genauen Kosten variieren, Branchenschätzungen gehen jedoch davon aus, dass der Zugang zu einer Business-Class-Lounge einer großen Allianz etwa 50 $ pro Person kostet, während Vertrags- oder Priority-Pass-Lounges in der Regel 30 $ pro Person kosten. Die Erstattungssätze für First-Class-Lounges können diese Werte sogar übersteigen.
Ein Vielflieger, der durch ein Terminal „lounge-hopping“ geht, kann eine Fluggesellschaft bei einem einzigen Besuch leicht 200 $ oder mehr kosten. Dabei handelt es sich jedoch größtenteils um eine buchhalterische Angelegenheit, da gegenseitige Vereinbarungen die Kosten ausgleichen. Amerikanische Passagiere, die British Airways-Lounges in London nutzen, werden durch British Airways-Passagiere, die amerikanische Lounges in Dallas nutzen, ausgeglichen.
Das Fazit
Der Zugang zur Airline-Lounge ist nicht kostenlos; Es handelt sich um eine komplexe finanzielle Vereinbarung. Die Kosten werden in der Regel entweder von der Serviceklasse, in der Sie reisen, oder Ihrem Elite-Status getragen, wobei die Fluggesellschaften ihre Passagiere nach Möglichkeit strategisch in günstigere Vertragslounges schicken. Obwohl die wirtschaftlichen Aspekte kostspielig sein können, basieren diese Vereinbarungen in der Regel auf Gegenseitigkeit, was sie zu einem überschaubaren Aufwand für die Fluggesellschaften macht.
























