Kaiser Gaius Julius Caesar Germanicus, besser bekannt als Caligula, ist nach wie vor einer der berüchtigtsten Herrscher der Geschichte. Er wurde im Jahr 12 n. Chr. in die römische Kaiserdynastie hineingeboren und seine kurze Regierungszeit (37–41 n. Chr.) war von Extravaganz, Grausamkeit und schließlich von Morden geprägt. Diese Episode untersucht das Leben und die Herrschaft von Caligula und trennt historische Fakten von sensationslüsternen Legenden.
Frühes Leben und Aufstieg zur Macht
Caligulas Abstammung bereitete ihn auf Großes vor. Sein Vater, Germanicus, war ein beliebter und angesehener Militärbefehlshaber, während seine Mutter, Agrippina die Ältere, von Augustus, dem ersten Kaiser Roms, abstammte. Seine Kindheit war ungewöhnlich öffentlich und er begleitete seinen Vater auf Feldzügen, bei denen ihm die Soldaten den Spitznamen „Caligula“ („kleine Stiefel“) gaben, nach den Militärschuhen, die er als Kind trug.
Dieser frühe Kontakt mit der Armee und den brutalen Realitäten der imperialen Politik prägte seine Weltanschauung. Der Tod von Germanicus unter verdächtigen Umständen, gefolgt von der systematischen Verfolgung von Caligulas Familie unter Tiberius, erweckte einen rücksichtslosen Überlebensinstinkt. Caligula lernte, sich am verräterischen Hof zurechtzufinden, indem er seine Ambitionen verbarg und die Kunst des Gehorsams beherrschte, wie er angeblich witzelte: „Es gibt keinen besseren Sklaven und keinen schlechteren Herrn.“
Als Tiberius im Jahr 37 n. Chr. starb, wurde Caligula von der Prätorianergarde zum Kaiser ausgerufen, wobei der Senat die Entscheidung widerstrebend bestätigte. Die anfängliche Begeisterung war groß; Caligula rief die Verbannten zurück, ehrte seine Familie und schaffte Tiberius‘ terrorauslösende Hochverratsprozesse ab. Der Senat, das Volk und die Armee hofften alle auf eine Rückkehr zur Stabilität.
Der Abstieg in die Tyrannei
Diese kurze Zeit des guten Willens erwies sich als kurzlebig. Eine schwere Krankheit im Jahr 37 n. Chr. scheint eine dramatische Veränderung in Caligulas Verhalten ausgelöst zu haben. Ob aufgrund einer Enzephalitis, einer Bleivergiftung oder einer anderen Krankheit, seine Genesung fiel mit einer zunehmend unberechenbaren und bedrückenden Herrschaft zusammen.
Seine Finanzpolitik wurde aggressiv und belastete die Staatskasse durch großzügige Ausgaben für Spiele, Gebäude und persönlichen Luxus. Neue und wiederbelebte Steuern richteten sich gegen wohlhabende Senatoren und Reiter und führten zu tiefem Unmut unter der Elite. Noch beunruhigender ist, dass Caligula seinen eigenen Status nahezu göttlich erhob, indem er Anbetung forderte und ihm zu Ehren Tempel errichtete. Sein Versuch, eine Statue im jüdischen Tempel in Jerusalem aufzustellen, löste beinahe einen großen Konflikt aus, der nur durch das Eingreifen örtlicher Beamter abgewendet werden konnte.
Die Geschichten über Caligulas Wahnsinn sind legendär: Er ernannte sein Pferd Incitatus zum Konsul, zwang Senatoren zu erniedrigenden Auftritten und pflegte inzestuöse Beziehungen mit seinen Schwestern. Historiker streiten über die Richtigkeit dieser Berichte, aber sie spiegeln den Terror und die Demütigung wider, die er der herrschenden Klasse Roms zufügte.
Untergang und Ermordung
Im Jahr 41 n. Chr. war Caligulas Herrschaft nicht mehr aufrechtzuerhalten. Der Senat und die Prätorianergarde, die beide von seiner Grausamkeit und seinem Missmanagement entfremdet waren, verschworen sich, um ihn zu entfernen. Am 24. Januar 41 n. Chr. wurde Caligula während der Pfälzer Spiele von Cassius Chaerea, einem Tribun der Prätorianergarde, zusammen mit mehreren anderen Verschwörern ermordet.
Das Attentat war brutal. Caligula erlitt etwa dreißig Wunden und seine Frau und seine kleine Tochter wurden ermordet, um alle potenziellen Thronanwärter auszuschließen. Die Pläne der Verschwörer zur Wiederherstellung der Republik scheiterten jedoch. Aus Furcht vor Chaos proklamierte die Prätorianergarde stattdessen Caligulas Onkel Claudius zum Kaiser und schuf damit einen gefährlichen Präzedenzfall für militärische Eingriffe in die kaiserliche Nachfolge.
Vermächtnis und historische Debatte
Caligulas Erbe bleibt umstritten. Antike Quellen, vor allem von feindseligen senatorischen Historikern, stellen ihn als verrückten Tyrannen dar. Moderne Historiker stellen diese durchweg negative Darstellung in Frage und legen nahe, dass die Voreingenommenheit des Senators, politische Absichten und die Zerstörung gegnerischer Aufzeichnungen seine Verderbtheit möglicherweise übertrieben haben. Obwohl seine Grausamkeit und Extravaganz unbestreitbar sind, könnten einige seiner Handlungen von seinen Feinden falsch interpretiert oder absichtlich verfälscht worden sein.
Ungeachtet der Wahrheit dient Caligulas Herrschaft als warnendes Beispiel für den korrumpierenden Einfluss absoluter Macht. Er wurde zum Symbol der Tyrannei und ging als einer der berüchtigtsten und gefährlichsten Kaiser Roms für immer in die Geschichte ein.
