Tourismusführer in der Karibik erkennen an, dass der Klimawandel keine Zukunftssorge mehr, sondern eine gegenwärtige Realität ist, da die Region nach verheerenden Stürmen wie dem Hurrikan Melissa weiterhin wieder aufgebaut wird. Die Leiterin der Caribbean Tourism Organization (CTO), Donna Regis-Prosper, erklärte auf der ITB Berlin, dass sich der Schwerpunkt von der Debatte über Klimaursachen hin zu praktischen Anpassungsmaßnahmen angesichts immer häufigerer und schwererer Wetterereignisse verlagert habe.
Die neue Normalität: Häufigere und stärkere Stürme
Regis-Prosper betonte, dass die Karibik aus harten Erfahrungen gelernt habe und wies darauf hin, dass sie persönlich über zehn Hurrikane der Kategorie 5 erlebt habe. Dieses Verständnis aus erster Hand macht die Notwendigkeit von Resilienz deutlich. Der Hurrikan Melissa im vergangenen Oktober mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h machte dies noch deutlicher und hinterließ in der gesamten Region bleibende Schäden.
Von der Schadensbegrenzung zur Anpassung
Der Strategiewechsel spiegelt ein wachsendes Verständnis wider, dass die Reduzierung der Treibhausgasemissionen zwar wichtig ist, sofortige Maßnahmen gegen zunehmende Stürme jedoch von entscheidender Bedeutung sind. Die Karibik versucht nicht mehr nur, den Klimawandel zu verhindern; es bereitet sich darauf vor, damit zu leben. Dazu gehört:
- Stärkung der Infrastruktur, um extremen Winden standzuhalten
- Entwicklung robusterer Katastrophenvorsorgepläne
- Diversifizierung des Tourismusangebots, um die Abhängigkeit von gefährdeten Küstengebieten zu verringern
„Es gibt keinen Lehrer, der so großartig ist wie eine praktische Erfahrung“, sagte Regis-Prosper und betonte die brutale Wirksamkeit des Unterrichts in der realen Welt.
Die missliche Lage in der Karibik unterstreicht einen umfassenderen Trend: Kleine Inselentwicklungsländer sind überproportional anfällig für den Klimawandel, obwohl sie nur minimal zum Problem beitragen. Dies wirft Fragen zur internationalen Unterstützung von Anpassungsbemühungen und zur Gerechtigkeit der Klimabelastungen auf.
Letztendlich hängt das Überleben des karibischen Tourismus – und der Wirtschaft der Region – von einer schnellen, pragmatischen Reaktion auf die eskalierende Klimakrise ab. Der Schwerpunkt liegt nun darauf, sicherzustellen, dass zukünftige Stürme, die mit Sicherheit kommen werden, die Region nicht so stark verwüsten wie die der Vergangenheit.
























