Delta Air Lines bereitet sich darauf vor, im Jahr 2026 eine neue Stufe der Business-Class-Tarife einzuführen – die sogenannte „Basic Business“ –, die auf Standardannehmlichkeiten verzichtet, ohne die Premium-Kabine erschwinglicher zu machen. Bei diesem Schritt geht es nicht darum, günstigere Tarife anzubieten; Es geht darum, ein segmentiertes Produkt zu schaffen, um preissensiblen Reisenden Last-Minute-Sitzplätze zu verkaufen und gleichzeitig zu verhindern, dass Rabatte den Umsatz höher zahlender Kunden schmälern.

Die Strategie: Kundensegmentierung

Seit Jahren suchen Fluggesellschaften nach Möglichkeiten, Business-Class-Sitze zu ermäßigen, ohne diejenigen zu unterbieten, die bereit sind, den vollen Preis zu zahlen. Herkömmliche Methoden wie stark ermäßigte Vorverkaufspreise erwiesen sich als unwirksam, da Geschäftsreisende selten so weit im Voraus buchen. Stattdessen richtet sich der Ansatz von Delta an Last-Minute-Bucher mit einem bewusst minderwertigen Erlebnis.

Delta-Präsident Glen Hauenstein hat die Einführung bestätigt und erklärt, die Fluggesellschaft wolle „drei Kategorien für jedes Produkt anbieten: Basic, Main und Extra“. Dies spiegelt ihr bestehendes „Basic Economy“-Modell wider, bei dem Einschränkungen zum niedrigsten Tarif hinzugefügt werden, um eine Kannibalisierung höherpreisiger Tickets zu vermeiden.

Wie wird das Basisgeschäft aussehen?

Aufgrund der Branchentrends müssen Basic Business-Passagiere mit den folgenden Einschränkungen rechnen:

  • Bezahlte Gepäckgebühren
  • Keine kostenlosen Sitzplatzzuweisungen
  • Zugang zur Lounge verweigert
  • Kein bevorzugter Check-in oder Boarding
  • Nicht umtauschbare oder erstattungsfähige Tickets
  • Kein Elite-Status oder Meilenansammlung

Warum es hier nicht um niedrigere Preise geht

Im Gegensatz zu einigen Berichten wird Basic Business nicht zu günstigeren Tarifen führen. Das Hauptziel besteht darin, die Kunden zu segmentieren: diejenigen, die bereit sind, für den vollen Nutzen einen Aufpreis zu zahlen, und diejenigen, die für einen niedrigeren Preis Einschränkungen akzeptieren. Die Fluggesellschaft möchte das Dilemma vermeiden, Sitzplätze leer zu lassen oder sie zu einem ermäßigten Preis zu verkaufen, der die Einnahmen untergräbt.

Lehren aus der Grundökonomie

Der Erfolg von Delta mit Basic Economy liefert eine Blaupause. Angesichts der Konkurrenz durch Billigfluggesellschaften wie Spirit und Frontier mussten große Fluggesellschaften ihre Preise anpassen. Das Anbieten von Spirit-Level-Tarifen kannibalisierte jedoch umsatzstärkere Passagiere. Basic Economy löste dieses Problem, indem es Einschränkungen hinzufügte – keine Sitzplatzauswahl im Voraus, begrenzte Freigepäckmenge und eingeschränktes Meilensammeln. Dadurch entstand ein separates Produkt, das Low-Cost-Reisende wählen konnten, ohne dass sich dies auf die Premium-Tarife auswirkte.

Begrenzte Wettbewerbsbedrohung

Im Gegensatz zum Inlandsmarkt, auf dem die Basic Economy direkt mit Billigfluglinien konkurriert, ist die internationale Business Class weniger Druck ausgesetzt. Während einige Fluggesellschaften (wie Finnair, Qatar und Emirates) abgespeckte Business-Tarife mit einem leichten Rabatt anbieten, ist die Konkurrenz bei den Ultra-Low-Cost-Langstreckenflügen minimal. Bei der Strategie geht es in erster Linie darum, den Umsatz mit Last-Minute-Urlaubsreisenden zu maximieren, ohne Geschäftsreisende zu verärgern, die den vollen Preis zahlen.

Das Fazit

Die Basic Business Class von Delta ist kein Schritt zur Demokratisierung von Premium-Reisen. Es handelt sich um eine kalkulierte Revenue-Management-Strategie, um Plätze am Rande zu besetzen und gleichzeitig ertragreichere Tarife zu schützen. Die Beschränkungen reichen möglicherweise nicht aus, um die Kunden deutlich zu segmentieren, insbesondere wenn die Preise nicht wesentlich niedriger sind. Letztendlich unterstreicht dieser Schritt das unermüdliche Streben der Luftfahrtindustrie nach Umsatzoptimierung, oft auf Kosten des Passagiererlebnisses.