Der Minister des Heimatschutzministeriums (DHS), Markwayne Mullin, hat eine radikale Änderung der Bundesoperationen vorgeschlagen: Beamte des Zoll- und Grenzschutzes (CBP) von Flughäfen in „Schutzstädten“ zu entfernen.
Der Vorschlag zielt darauf ab, den internationalen Flugzugang zu diesen Drehkreuzen einzuschränken, angeblich als Reaktion auf die Weigerung der demokratischen Gesetzgeber, das DHS zu finanzieren. Der Plan wirft jedoch erhebliche logistische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen auf, die die gesamte amerikanische Luftfahrtlandschaft stören könnten.
Der Umfang des Vorschlags
Im Falle einer Umsetzung würde der Rückzug der Bundesinspektionsdienste praktisch alle internationalen Ankünfte an mehreren der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes beenden. Die Liste der potenziell betroffenen Flughäfen umfasst:
- New York: JFK
- Los Angeles: LAX
- Chicago: O’Hare
- San Francisco: SFO
- Andere wichtige Drehkreuze: Seattle, Denver, Boston, Philadelphia, Portland und Newark.
Da für internationale Flüge eine Federal Inspection Station (FIS) zur Abfertigung ankommender Passagiere erforderlich ist, würde die Absetzung der CBP-Beamten es den Fluggesellschaften unmöglich machen, internationale Flüge an diesen Standorten zu landen. Während Flüge mit Vorababfertigung (bei denen Reisende am Abflugort die Zollabfertigung erledigen) weiterhin stattfinden könnten, würden sie im Wesentlichen als Inlandsstrecken fungieren und diesen Flughäfen ihren Status als globale Gateways entziehen.
Logistische und gerichtliche Mängel
Kritiker weisen auf mehrere grundlegende Probleme mit der Logik des Plans hin, insbesondere in Bezug auf Geographie und Gerichtsbarkeit:
- Falsch ausgerichtete Gerichtsbarkeiten: Viele „Schutzstädte“ beherbergen die betreffenden Flughäfen nicht wirklich. Der Washington National Airport liegt beispielsweise in Arlington, Virginia, nicht in D.C., und der San Francisco International (SFO) liegt im nicht eingemeindeten San Mateo County.
- Regionale Auswirkungen: Große Drehkreuze wie LAX und JFK bedienen riesige Metropolregionen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Eine Entscheidung, die auf eine bestimmte Stadt abzielt, würde unbeabsichtigt Reisende aus umliegenden Vororten und benachbarten Landkreisen stören, die auf diese Gateways angewiesen sind.
- Das „Self-Own“-Dilemma: Der Vorschlag zielt darauf ab, lokale Regierungen für die mangelnde Zusammenarbeit mit der Einwanderungsbehörde zu bestrafen. Allerdings würde die Regierung durch die Abschaffung bundesstaatlicher Inspektionsstellen die USA ins Visier nehmen. Bürger, Fluggesellschaften, Frachtverlader und Flughafenmitarbeiter und nicht die städtischen Beamten, die politische Entscheidungen treffen.
Wirtschaftliche und luftfahrtbezogene Konsequenzen
Die Auswirkungen eines solchen Schritts würden weit über den Passagierverkehr hinausgehen und möglicherweise die Volkswirtschaft destabilisieren:
1. Störung globaler Lieferketten
Allein der Hafen von Los Angeles wickelt etwa 31 % des gesamten internationalen Containertransports der USA ab. Die Entfernung der Zollkapazitäten von großen Küstendrehkreuzen würde zu massiven Engpässen im Frachtverkehr führen, die sich landesweit auf Einzelhändler, Exporteure und Verbraucher auswirken würden.
2. Betriebschaos der Fluggesellschaft
Fluggesellschaften arbeiten nach komplexen, miteinander verbundenen Flugplänen. Wenn internationale Ankünfte an großen Drehkreuzen verboten werden, drohen den Fluggesellschaften eine Krise:
– Wohin gehen die Flüge? Die Umleitung Hunderter internationaler Flüge auf Sekundärflughäfen wäre kostspielig und ineffizient.
– Das Verbindungsproblem: Internationale Reisende nutzen diese Drehkreuze häufig für Anschlussflüge zu Inlandsflügen. Ohne internationale Ankünfte würde das „Hub-and-Spoke“-Modell der großen Fluggesellschaften zusammenbrechen und möglicherweise massive staatliche Subventionen erfordern, um eine Insolvenz der Fluggesellschaften zu verhindern.
Rechtlicher Kontext: Das „Anti-Commandeering“-Prinzip
Der Plan steht auch vor einer verfassungsrechtlichen Hürde. Während die Bundesregierung bestimmte Mittel zurückhalten kann, um Einfluss auf die staatliche Politik zu nehmen, hindert die „Anti-Commandeering“-Doktrin die Bundesregierung daran, staatliche oder lokale Beamte direkt anzuweisen, Bundesgesetze durchzusetzen. Es ist ein äußerst unkonventioneller und rechtlich ungeprüfter Ansatz, die Bundesinfrastruktur (Zoll) ins Visier zu nehmen, um die Weigerung eines Staates zu bestrafen, bei der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen mitzuwirken.
Schlussfolgerung: Obwohl der Vorschlag zur Abschaffung der Zolldienste als politischer Hebel gegen die Politik der Zufluchtsstädte gedacht ist, droht er den Welthandel zu stören, die Flugliniennetzwerke lahmzulegen und genau die amerikanischen Bürger und Unternehmen zu bestrafen, die die Regierung schützen möchte.
























