In den letzten Jahren sind die Bemühungen zur Überarbeitung der Kreditkartenvorschriften auf Bundesebene – einschließlich des umstrittenen Credit Card Competition Act (CCCA) – im Kongress ins Stocken geraten. Allerdings treten Staaten ins Leere und führen Gesetze ein, die die Art und Weise, wie Verbraucher und Unternehmen mit Kreditkartentransaktionen umgehen, dramatisch verändern könnten. Illinois dürfte der erste große Testfall sein, denn 2026 soll ein neues Gesetz in Kraft treten, das es Finanzinstituten verbietet, Interbankenentgelte auf Umsatzsteuern und Trinkgelder zu erheben.
Dieser Wandel ist wichtig, weil er ein etabliertes System stört, das auf Sicherheit, Betrugsschutz und Verbraucherprämien ausgelegt ist. Bei einer Replikation auf mehrere Bundesstaaten könnte die US-amerikanische Zahlungslandschaft fragmentiert werden, wodurch Transaktionen komplexer und möglicherweise weniger sicher werden. Der allgemeinere Trend deutet darauf hin, dass mit der Verlangsamung der Maßnahmen auf Bundesebene häufiger staatliche Eingriffe erfolgen werden, wodurch ein Flickenteppich von Vorschriften entsteht, mit denen sich Unternehmen und Verbraucher auseinandersetzen müssen.
So funktionieren Kreditkartentransaktionen
An jeder Kreditkartentransaktion sind mehrere Parteien und Gebühren beteiligt. Händler zahlen einen kleinen Prozentsatz jedes Verkaufs – etwa 2 % – zur Deckung der Bearbeitungskosten, zur Betrugsprävention und zur Finanzierung von Verbraucherprämienprogrammen (Cashback, Punkte, Meilen). Diese Gebühr wird zwischen der ausstellenden Bank, dem Zahlungsnetzwerk (Visa, Mastercard, American Express) und dem Zahlungsabwickler des Händlers aufgeteilt.
Verbraucher profitieren von diesem System durch Betrugsschutz und die Möglichkeit, Prämien zu verdienen, während Unternehmen einen relativ reibungslosen und sicheren Zahlungsprozess genießen. Das aktuelle Modell minimiert das Risiko, insbesondere im Vergleich zu Bargeldtransaktionen.
Das neue Gesetz von Illinois: Eine komplexe Umsetzung
Der Illinois Interchange Fee Prohibition Act (IFPA) zielt darauf ab, Interchange-Gebühren für Steuern und Trinkgelder abzuschaffen. Diese scheinbar kleine Änderung bringt erhebliche logistische Hürden mit sich. Unternehmen müssten Transaktionen in mehrere Teile aufteilen – einen für die Waren/Dienstleistungen und einen anderen für Steuern/Trinkgelder – oder riskieren, einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen zu verlieren.
Die Umsetzung des Gesetzes wird durch die unterschiedlichen Steuersätze in den 102 Landkreisen und zahlreichen Gemeinden von Illinois zusätzlich erschwert. Große Einzelhändler mit umfangreichen Buchhaltungsteams sind am besten für die Anpassung geeignet, während kleine Unternehmen Schwierigkeiten haben könnten, die zusätzlichen Kosten und die Komplexität zu bewältigen.
Laut einer Studie der Electronic Payments Coalition würden die 40 größten Einzelhändler in Illinois fast 40 % aller Interbankengebühreneinsparungen erzielen, während die 1,3 Millionen Kleinunternehmen des Staates mit der Last der Einhaltung von Vorschriften und nur minimalen finanziellen Vorteilen belastet wären.
Warum Verbraucher die Auswirkungen spüren werden
Das IFPA dürfte Kreditkartentransaktionen für Verbraucher umständlicher machen. Restaurants können beispielsweise verlangen, dass Kunden ihre Speisen mit einer Karte bezahlen und dann Bargeld oder einen Scheck für Steuern und Trinkgelder aushändigen.
Datenschutz ist ein weiteres Anliegen. Durch die Aufschlüsselung von Transaktionen zur Vermeidung von Interbankenentgelten könnten mehr Verbraucherdaten an Dritte weitergegeben werden. Trotz dieser potenziellen Nachteile ist das Bewusstsein für das Gesetz nach wie vor gering. Eine kürzlich von Morning Consult durchgeführte Umfrage ergab, dass nur 31 % der Einwohner von Illinois von den Änderungen wussten, doch nach der Information stieg die Opposition auf 61 %.
Der breitere Trend: Staaten testen neue Grenzen
Illinois ist nicht allein. Über zwei Dutzend Bundesstaaten erwogen letztes Jahr ähnliche Gesetze, doch keiner verabschiedete sie. Allerdings prüfen Gerichtsbarkeiten wie Colorado, Georgia, Pennsylvania und der District of Columbia immer noch Vorschriften, die die Kreditkartenlandschaft auf den Kopf stellen könnten.
Das zugrunde liegende Problem sind Spannungen zwischen der Regulierung auf Bundes- und Landesebene. Die Untätigkeit des Bundes bei der Kreditkartenreform hat den Staaten die Möglichkeit gegeben, mit ihren eigenen Regeln zu experimentieren, was zu einem fragmentierten System führt, in dem der Komfort und die Sicherheit von Zahlungen leiden können.
Letztendlich wird die Forderung nach bundesstaatlichen Kreditkartenregulierungen durch den Wunsch vorangetrieben, die Händlergebühren zu senken, aber die tatsächlichen Folgen könnten Verbraucher und kleine Unternehmen treffen. Das globale Zahlungssystem funktioniert am besten, wenn es konsistent ist, und die Einführung von Inkonsistenzen auf bundesstaatlicher Ebene könnte die Art und Weise, wie Menschen bezahlen und Prämien verdienen, grundlegend verändern.
