Du hast es gesehen. Auf Postkarten. In Reiseführern. Das Parlament in Budapest sieht aus wie ein gotischer Traum aus Kalkstein. Fertiggestellt im Jahr 1906. Inspiriert von London. Besser als London.
Die meisten Leute gehen dorthin. Sie machen das Foto. Sie ziehen weiter.
Bei einer Frau war das nicht der Fall.
Ilona Miskei sah das Gebäude an der Donau und verspürte eine Anziehungskraft, die sie nicht loswerden konnte. Sie ging nach Hause. Runter in ihren Keller. In Keszthely. Nordufer des Plattensees. Sie beschloss, es wieder aufzubauen. Nicht mit Marmor. Nicht mit Stahl.
Mit Schnecken.
Eine Shell-Obsession
Es begann im Jahr 1975. Ein Kellerraum. Ein leerer Raum. Miskei verbrachte 14 Jahre damit, 4,5 Millionen Schneckenhäuser festzukleben. Sie maß die Nachbildung auf 7 mal 2 Meter.
Denken Sie an den Maßstab. Die Geduld.
Warum Schnecken? Denn Keszthely liegt am Rande des Plattensees, Europas größtem See. Was vom alten Pannonischen Meer übrig geblieben ist, ist mit versteinerten Muscheln übersät. Bergleute haben sie ausgegraben. Die Natur hat sie begraben. Miskei benutzte sie.
Es war ein leidenschaftliches Projekt, das auf lokale Geologie traf.
„Ein Juwel an der Donau“, sagt man über das Echte. Das ist anders.
Der Museumsmix
Das Ergebnis ist verblüffend. Kompliziert. Wenn Sie auf die Türme starren, sehen Sie die winzigen Spiralen. Die Kurven jeder Muschel sind so ausgerichtet, dass sie Steinschnitzereien nachahmen.
Sie können es besichtigen. Ja. Es ist Teil des Komplexes Museum von Keszthely.
Gehen Sie rein und holen Sie sich die Schnecken. Du wirst andere Dinge sehen. Das Puppenmuseum fühlt sich süß an. Sogar gesund. Dann gibt es noch das Foltermuseum. Weniger gesund. Und das erotische Wachsfigurenkabinett.
Abwechslung ist in einer Kleinstadt ein seltsamer Trost, nicht wahr?
Das Parlament von Miskei tappt still im Dunkeln. Glänzend. Kalt. Du bist fertig mit der Suche. Du bist noch nicht ganz bereit zu gehen.
























