American Airlines verändert die Beziehung zu seinen treuesten Kunden grundlegend. Im Rahmen einer Reihe aktueller Richtlinienänderungen geht die Fluggesellschaft vom Prämienstatus zu einem Modell über, bei dem Ihre Vorteile ausschließlich von Ihrer Tarifklasse bestimmt werden.
Durch den Verzicht auf Elite-Vergünstigungen bei „Basic Economy“-Tickets signalisiert American, dass selbst Langzeitreisende mit hohem Preis-Leistungs-Verhältnis wie Budget-Passagiere behandelt werden, wenn sie den niedrigsten Preis wählen.
Die Erosion des Elitestatus
Ab dem 18. Mai gelten die traditionellen Vorteile des AAdvantage-Status nicht mehr für diejenigen, die mit Basic Economy-Tarifen fliegen. Zu den Änderungen gehören:
- Verlust von Vergünstigungen: Elite-Mitglieder erhalten keine kostenlosen Sitzplatzzuweisungen, kostenlose Inlands-Upgrades oder die Möglichkeit, systemweite Upgrades für diese Tarife zu bestätigen.
- Erhöhte Kosten: Passagiere der Basic Economy müssen im Vergleich zu Passagieren der Standard Economy einen Aufpreis von 5 US-Dollar für aufgegebenes Gepäck zahlen.
- Reduzierte Priorität: Die Boarding-Bestellungen werden umstrukturiert, um AAdvantage-Mitgliedern eine geringere Priorität einzuräumen. Später in diesem Jahr werden Elite-Reisende vom Boarding der Gruppe 6 auf das Boarding der Gruppe 7 umgestellt, was ihre Fähigkeit gefährdet, sich Platz im Gepäckfach zu sichern.
Diese Verschiebung ist besonders auffällig, da sie American Airlines von ihren Konkurrenten abhebt. Während Delta und United bestimmte Unterschiede beibehalten, liegt American mit seiner neuen Politik tatsächlich hinter Ultra-Low-Cost-Carriern wie Spirit und Frontier, die im Allgemeinen Elite-Vorteile bei allen Tarifarten gewähren.
Das Risiko für die Verbindung „Geschäft-Freizeit“.
Die Entscheidung, den Status von Billigflügen abzuwerten, ignoriert einen entscheidenden psychologischen Faktor in der Luftfahrtbranche: die doppelte Identität des Reisenden.
Die meisten Geschäftsreisenden sind auch Urlaubsreisende. Die Person, die unter der Woche mit teuren Firmentickets fliegt, ist oft dieselbe Person, die am Wochenende einen Familienurlaub bucht. In der Vergangenheit haben Fluggesellschaften ihre Loyalität aufrechterhalten, indem sie diese Personen auf jeder Reise gut behandelt haben.
„Loyalität gegenüber der Person, nicht gegenüber dem Essen, ist der Weg, eine Beziehung aufzubauen, die zu irrationalem Verhalten führt.“
Durch eine rein transaktionale Beziehung riskiert American, die emotionale Bindung zu zerstören, die Kunden davon abhält, bei Preisschwankungen zur Konkurrenz zu wechseln. Wenn sich ein Reisender während eines Familienurlaubs von der Fluggesellschaft „missbraucht“ fühlt, ist die Wahrscheinlichkeit weitaus größer, dass er seine hochwertige Geschäftsreise zu einer anderen Fluggesellschaft verlagert.
Die Strategie hinter der Basic Economy
Um zu verstehen, warum American dies tut, muss man sich die Rolle der Basic Economy in der modernen Luftfahrt ansehen. Es handelt sich nicht nur um eine kostengünstige Option; Es handelt sich um ein ausgefeiltes Tool zur Preisdiskriminierung.
- Wettbewerb mit Billigfluggesellschaften: Mit Basic Economy kann American mit Spirit und Frontier um preisbewusste Reisende konkurrieren, ohne den Grundpreis für alle anderen zu senken.
- Segmentierung des Marktes: Es ermöglicht der Fluggesellschaft, „zwei Fluggesellschaften gleichzeitig“ zu sein – eine Premium-Fluggesellschaft für Geschäftsreisende und eine Billigfluggesellschaft für diejenigen, die aus eigener Tasche zahlen.
Der amerikanische Ansatz war jedoch inkonsistent. Seit 2017 schwankt die Fluggesellschaft häufig zwischen großzügigen und restriktiven Regeln hinsichtlich Sitzplatzzuteilung, Handgepäck und Meilensammeln. Dieser „schizophrene“ Ansatz schafft Verwirrung und untergräbt das Vertrauen.
Der finanzielle und partnerschaftliche Fallout
Dieser Schwenk könnte auch unbeabsichtigte Folgen für die massive 6-Milliarden-Dollar-Partnerschaft der USA mit der Citibank haben.
Der AAdvantage-Status ist ein Hauptgrund für die Nutzung von Co-Branding-Kreditkarten. Wenn der Status selbst an Wert verliert, weil seine Vorteile durch die Tarifwahl leicht verloren gehen, sehen Kunden möglicherweise weniger Anreize, die American Airlines-Kreditkarte zu besitzen oder zu verwenden. Durch die Abwertung der „Oberseite des Trichters“ – also der Reisenden, die über diese Billigtarife in das Ökosystem gelangen – opfert American möglicherweise die langfristige Kundenakquise für kurzfristige Buchgewinne.
Schlussfolgerung: Indem American Airlines flugpreisbasierten Beschränkungen Vorrang vor statusbasierten Prämien einräumt, wechselt es von einem loyalitätsorientierten Modell zu einem rein transaktionalen Modell. Dies kann zwar die unmittelbaren Einnahmen steigern, birgt aber auch die Gefahr, die Reisenden mit hohem Preis-Leistungs-Verhältnis abzuschrecken, die der Fluggesellschaft den beständigsten Gewinn bescheren.
























