Air New Zealand bereitet die Einführung einer großen Innovation im Langstreckenflugverkehr vor: Skynest, eine Reihe von Etagenbetten, die speziell für Passagiere der Economy Class entwickelt wurden. Während das Konzept erstmals im Jahr 2022 vorgestellt wurde, hat eine Reihe von Verzögerungen bei der Auslieferung der Boeing 787 die offizielle Einführung auf Ende 2026 verschoben.
Das Skynest-Konzept: Schlafkapseln in der Economy-Klasse
Im Gegensatz zu herkömmlichen Sitzgelegenheiten bietet das Skynest einen speziellen Platz zum Ausruhen. Die Konfiguration besteht aus sechs durchgehenden, flach liegenden Schlafkabinen, die in einer „V“-Form angeordnet sind und drei Ebenen mit Etagenbetten bilden.
Zu den wichtigsten Spezifikationen der Pods gehören:
– Abmessungen: Jede Koje ist 80 Zoll lang und 23 Zoll breit.
– Ausstattung: Jede Kabine ist mit Sichtschutzvorhängen, Bettzeug (Kissen, Laken und Decken), einer Leselampe, einem USB-Anschluss, einem Lüftungsauslass und einer Aufbewahrungstasche ausgestattet.
– Körperpflege: Passagiere erhalten ein „Nestcessities“-Set mit einer Augenmaske, Ohrstöpseln, Socken, einem Zahnpflegeset und Hautpflegeprodukten von Aotea.
Durch diese Einrichtung werden die Schlafräume im Crew-Stil, die zuvor nur dem Personal der Fluggesellschaft vorbehalten waren, effektiv für den zahlenden Passagier zugänglich gemacht.
Logistik und Preisgestaltung: Eine neue Art zu fliegen
Beim Skynest handelt es sich nicht um ein herkömmliches Sitz-Upgrade. Da Passagiere während des Starts und der Landung nicht in den Kojen bleiben können, behandelt die Fluggesellschaft die Kabinen als zeitgesteuerten Zusatzservice.
- Buchungsmodell: Passagiere in der Economy oder Premium Economy können den Zugang zu einer Koje für bestimmte Zeitblöcke „aufkaufen“.
- Sitzungsdauer: Jede Sitzung dauert vier Stunden, mit einer 30-minütigen Bearbeitungszeit für das Kabinenpersonal, um die Kabinen zu reinigen und die Bettwäsche zu wechseln.
- Kosten: Der anfängliche Preis wird voraussichtlich bei 495 $ pro Sitzung beginnen.
Auf Ultralangstreckenflügen bietet die Fluggesellschaft möglicherweise bis zu drei Sitzungen pro Flug an, beschränkt sich jedoch zunächst auf zwei.
Zeitplan für Implementierung und Rollout
Das Skynest wird in das Kabinenlayout der Boeing 787-9 Dreamliner von Air New Zealand integriert. Um Platz für die Kabinen zu schaffen, wird die Fluggesellschaft zwei mittlere Reihen der Economy-Sitze entfernen und sechs Standardsitze durch die sechs Schlafplätze ersetzen.
Der Rollout-Zeitplan sieht wie folgt aus:
– 18. Mai 2026: Buchungen für Skynest-Sitzungen sind offiziell eröffnet.
– November 2026: Das erste mit Skynest ausgestattete Flugzeug wird in Dienst gestellt.
– Hauptroute: Der erste Dienst wird auf der Langstrecke zwischen Auckland (AKL) und New York (JFK) verkehren.
Während die Fluggesellschaft beabsichtigt, ihre bestehende 787-Flotte irgendwann nachzurüsten, gibt es derzeit keine Pläne, diese Technologie in die Boeing 777-Flotte zu integrieren.
Warum das wichtig ist: Die Entwicklung der Economy Class
Die Einführung von Skynest stellt einen bedeutenden Wandel in der Sichtweise der Fluggesellschaften auf den „Wert“ der Economy Class dar. Traditionell maximieren Fluggesellschaften ihren Umsatz, indem sie so viele Sitze wie möglich in eine Kabine packen. Durch die Entfernung von sechs Sitzen, um sechs Kojen einzubauen, geht Air New Zealand davon aus, dass die für den Schlaf berechnete Prämie die entgangenen Einnahmen aus diesen Sitzen überwiegen wird.
Dieser Schritt baut auch auf der Geschichte der Kabineninnovation der Fluggesellschaft auf. Vor Jahren stellten sie die „Skycouch“ vor – eine Sitzreihe, die sich in eine ebene Fläche verwandeln lässt. Allerdings war die Skycouch durch ihre Länge begrenzt (ungefähr 49 Zoll). Der Skynest löst dieses Problem, indem er ein echtes Liegeerlebnis bietet und sich an das wachsende Segment der Reisenden richtet, die bereit sind, für Komfort mehr zu zahlen, ohne den vollen Preis eines Business-Class-Tickets zu zahlen.
Schlussfolgerung
Skynest von Air New Zealand ist ein mutiges Experiment mit „Mikro-Upgrades“, das Passagieren die Möglichkeit bietet, Ruhe statt nur einen Sitzplatz zu erwerben. Im Erfolgsfall könnte es die Art und Weise, wie Fluggesellschaften Komfort auf Langstreckenstrecken monetarisieren, neu definieren.
