Robert Isom, CEO von American Airlines, ging auf die jüngsten Spekulationen über die Zukunft der Fluggesellschaft ein und machte deutlich, dass eine Fusion mit Alaska Airlines zwar nicht in Frage kommt, die beiden Fluggesellschaften jedoch versuchen, ihre bestehende Beziehung zu stärken.
Ausbau von Partnerschaften, nicht Eigentum
Nachdem berichtet wurde, dass American und Alaska Airlines eine engere Zusammenarbeit diskutieren, betonte Isom, dass American weiterhin offen für die Erweiterung seines Netzwerks durch strategische Partnerschaften sei. Obwohl er keine konkreten Pläne darlegte, würdigte er die „großartige“ Beziehung zwischen den beiden Fluggesellschaften.
Derzeit wird die Beziehung zwischen der in Seattle ansässigen Alaska Airlines und American Airlines wie folgt definiert:
– Codeshare-Vereinbarungen: Beide Fluggesellschaften verwenden auf ausgewählten Flügen ihre jeweiligen Codes (AS und AA), was eine nahtlose Konnektivität ermöglicht.
– Treueintegration: Mitglieder der Programme AAdvantage von American und Atmos von Alaska können in beiden Netzwerken Meilen sammeln und einlösen und auf ausgewählte Elite-Vorteile wie kostenlose Upgrades zugreifen.
– Allianzmitgliedschaft: Beide Fluggesellschaften sind Mitglieder der Allianz Oneworld.
Die „Joint Venture“-Möglichkeit
Branchenanalysten gehen davon aus, dass jede „Expansion“ eher in Form eines Joint Venture (JV) als in Form einer Fusion erfolgen würde. In einem Joint Venture bleiben die Fluggesellschaften unabhängige Einheiten, koordinieren jedoch die Preisgestaltung, den Flugplan und die Kostenteilung in bestimmten Märkten. American nutzt dieses Modell bereits mit internationalen Partnern wie British Airways und Qantas. Solche Vereinbarungen unterliegen jedoch einer strengen Prüfung durch die Kartellbehörden.
Der breitere Kontext: Eine volatile Branche
Die Gerüchte um American Airlines sind Teil eines viel größeren Konsolidierungstrends im US-Luftfahrtsektor. Hohe Kraftstoffpreise erzeugen erheblichen finanziellen Druck und führen zu mehreren Veränderungen in der Branche:
- Fusionsspekulation: Hohe Kosten haben zu verstärktem Gerede über Airline-Zusammenschlüsse geführt. Scott Kirby, CEO von United Airlines, hat Berichten zufolge den Aufsichtsbehörden die Idee einer Fusion mit American vorgelegt, obwohl Isom dies als „wettbewerbswidrig“ abtat.
- Aktive Konsolidierung: Alaska Airlines schließt derzeit ihre Fusion mit Hawaiian Airlines ab, nachdem sie kürzlich eine umfassende technische Integration ihrer Reservierungssysteme abgeschlossen hat. Unterdessen strebt Allegiant Air eine Übernahme von Sun Country Airlines im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar an.
- Marktinstabilität: Spirit Airlines kämpft weiterhin mit der Insolvenz und JetBlue prüft Berichten zufolge Verkaufsmöglichkeiten.
„Mitbewohner, nicht verheiratet“
Isom verwendete eine eindrucksvolle Metapher, um die Beziehung zwischen American und seinem Hauptkonkurrenten United Airlines zu beschreiben, die beide große Drehkreuze in Chicago O’Hare betreiben.
„Wir werden Mitbewohner sein… Aber wir werden nicht heiraten.“
Diese Unterscheidung ist für das Verständnis der aktuellen Regulierungslandschaft von entscheidender Bedeutung. Während Befürworter einer Konsolidierung argumentieren, dass größere Fluggesellschaften besser gerüstet sind, um schwankenden Treibstoffpreisen standzuhalten – ein Trend, der bei den großen Fusionen von 2008 und 2013 zu beobachten war –, sind die Regulierungsbehörden zunehmend besorgt über den verringerten Wettbewerb, den solche Deals für Reisende mit sich bringen können.
Fazit: American Airlines gibt strategischen Allianzen Vorrang vor massiven Fusionen und zielt darauf ab, seine Reichweite durch Joint Ventures zu erweitern und sich gleichzeitig in einer Branche zurechtzufinden, die zunehmend unter steigenden Betriebskosten steht.
